"Passt auf euch auf. Bleibt ein Paar." Diesen Ratschlag habe ich sehr oft gehört und ich kann ihn inzwischen gut verstehen. Wenn man innerhalb von einem Tag plötzlich nicht mehr nur Mann und Frau ist, sondern auch und erst einmal vor allem Mama und Papa ist, dann steht deine bisher "normale" Welt völlig Kopf. Ich habe mich sehr schnell wohl in meiner Rolle als Mama gefühlt und dabei eine ganze Zeit lang vergessen, dass ich auch Frau und Partnerin bin. Doch je älter und unabhängiger Schnucki wird, desto mehr merke ich, wie mir die Zweisamkeit fehlt.
Schon vor Schnuckis Geburt haben mein Mann und ich getanzt. Jetzt ist es an der Zeit nach fast einem Jahr Pause wieder damit zu beginnen. Jeden Sonntag haben wir Training. Schnucki bleibt in der Zeit bei Oma und Opa, oder bei Freunden von uns. Die letzten beiden Wochen hat das bereits ganz gut geklappt. Ich genieße die Zeit zu zweit und freue mich nach dem Training um so mehr Schnucki wieder in die Arme zu schließen.
In diesem Blog möchte ich euch teilhaben lassen an den großen und kleinen Freunden und Sorgen des Mama-Sein.
Und hier geht's zurück zum Figurenland - Seiffen - Blog
Samstag, 15. September 2018
Freitag, 7. September 2018
Stehaufmädchen
Schnucki ist krank und das zum ersten Mal in ihrem Leben - ein
Racheninfekt. Schon gestern war sie den ganzen Tag ningelig und abends
zeigte das Fieberthermometer 39,5°C. Na prima. Pünktlich zum Wochenende,
an dem wir auch noch wegfahren wollten, hat es Schnucki ausgeknockt. Die
Nacht war dementsprechend kurz und geprägt von Fiebermessen und stillen,
schließlich bekommt man ja Durst vom Fiebern. Dazwischen immer mal
wieder 2 Stunden schlafen, dicht gekuschelt an Mama um großen Bett
versteht sich. Anders lässt es sich aber auch nicht aushalten. Ich kann
sie gut verstehen. Den Tag heute haben wir dann ganz anders verbracht
als geplant. Statt Sportkurs, Marktbesuch und Freunde treffen, hieß es
Kinderarzt, Workout mit Baby in der Trage und trösten. Aber das ganze
zeigt Wirkung. Um drei Uhr am Nachmittag hört Schnucki von jetzt auf
gleich an zu weinen, spuckt den Schnuller aus und versucht sich aus der
Trage zu wuseln. Als ich sie auf den Boden setze krabbelt sie munter
drauf los und steht im nächsten Moment an der Schublade im Kinderzimmer,
um sie auszuräumen. So ein Stehaufmädchen. Vielleicht wird das
Wochenende ja doch nicht so schlimm wie befürchtet.
Samstag, 1. September 2018
Neun
Schnucki ist neun Monate alt und damit schon so lang auf dieser Erde, wie ich sie in meinem Bauch getragen habe. (Zugegeben manchmal vermisse ich meinem Kugelbauch schon etwas.)
Für mich fühlt es sich nicht mehr so an, als wäre Schnucki ein Baby. Sie ist für mich eher schon ein Kleinkind. Das habe ich heute bei unserem Messebesuch - wir waren in Leipzig auf der Cadeaux - wieder gemerkt. Inzwischen brauche ich für unsere Ausflüge mehr denn je Vorbereitung. Es reicht nicht mehr, die Brust dabei zu haben und zu stillen. Stattdessen habe ich eine ganze Armee von Dosen im Gepäck. Nur leider hatte ich heute das warme Wasser vergessen. Aber der Lukasbäcker in Leipzig war so nett und hat mich mit heißem Wasser versorgt.
Auch will sich Schnucki jetzt immer mehr bewegen. Die Trage ist ihr längst zu eng, selbst der Kinderwagen ist zu klein und auch ein ganzer Messestand reicht nicht. Dann lieber ein ganzer Tanzsaal oder gleich die Messehalle mit jeder Menge Sesseln zum Hochziehen und entlang balancieren.
Das Schlafbedürfnis wurde auf ein Minimum von 2h Stunden tagsüber reduziert. Den Rest das Tages ist Party und ich feiere mit ihr. Ich freue mich ab jedem hellen Lachen, jedem begeisterten "dadada" wenn eine Straßenbahn unseren Weg kreuzt und jedem "brrrrrrr" wenn sie auf allen Vieren durch unsere Wohnung rast. Schade dass ich nur noch zwei Monate habe, um das zu genießen. Dann heißt es zurück an die Arbeit.
Freitag, 24. August 2018
Marktttag
Freitag ist Markttag. Eine Zeit lang dachte ich Markt sei etwas für Rentner. Aber inzwischen bin ich der absolute "Markt - Fan". Immer wenn ich freitags vom Sportkurs komme, laufe ich an den bunten Ständen vorbei und immer öfter nehme ich mir jetzt ein paar Stoffbeutel mit und erledige meinen Wocheneinkauf. Ich liebe es genau die Mengen an Obst und Gemüse zu kaufen, die ich brauche. Ich liebe es regionale, zur Saison passende und frische Produkte bekommen. Nicht selten lasse ich mich direkt vor Ort von der Vielfalt inspirieren. Ich liebe es kaum Verpackungen, um meine Lebensmittel zu finden. So spare ich jede Menge Plastikmüll. Ich liebe die Herzlichkeit der Verkäufer und die Zeit der Kunden. Kein hektisches Drängeln an der Kasse, stattdessen eine nette Unterhaltung.
Zugegeben im Moment kann ich mir noch die Zeit zum Bummeln nehmen. Ob das auch noch geht, wenn ich wieder arbeiten bin, weiß ich noch nicht. Aber jetzt genieße ich erstmal die Tatsache Zeit zu haben, bei einem leckeren Obstsalat. 😉
Zugegeben im Moment kann ich mir noch die Zeit zum Bummeln nehmen. Ob das auch noch geht, wenn ich wieder arbeiten bin, weiß ich noch nicht. Aber jetzt genieße ich erstmal die Tatsache Zeit zu haben, bei einem leckeren Obstsalat. 😉
Samstag, 18. August 2018
Was ich durch mein Baby gelernt habe
Es gibt Dinge, die bekommt man schon als kleines Kind von seinen Eltern gesagt: "Sitz still beim Essen", "Mach die Tür zu" oder "Spring nicht auf dem Sofa rum". Auf dem Sofa hüpfe ich schon lange nicht mehr, aber mit dem Türen schließen habe ich bis heute so meine Probleme. Der ein oder andere hat schon behauptet ich wäre im Zelt geboren. Was Erwachsene über Jahre nicht geschafft haben mir beizubringen, hat Schnucki letzte Woche mal eben mit erledigt. Seit sie krabbeln kann und in Windeseile durch jede offene Tür kommt, habe ich festgestellt, dass es durchaus sinnvoll ist Türen zu schließen. Und nicht nur das habe ich gelernt. Ich lasse den Müllbeutel nicht mehr im Flur stehen, sondern bringe ihn lieber direkt raus. Ich räume meine dreckige Wäsche in den Wäschekorb, anstatt sie davor zu werfen - auch so eine alte Macke von mir. Schließlich findet Schnucki alles, wirklich alles, interessant was sich in ihrer Reichweite befindet.
Das Wichtigste, was sie mir beigebracht hat ist Gelassenheit. Ich bin eher ein geplanter Mensch mit einem Hang zum Perfektionismus. Durch Schnucki habe ich gelernt, dass es nicht so dramatisch ist, wenn die Wohnung chaotisch aussieht obwohl Gäste kommen oder wenn ich an einem Tag mal nicht alles To Do's schaffe. Sie fordert im Moment meine Aufmerksamkeit mehr denn je. Sie möchte mit mir spielen und nicht dabei zuschauen, wie ich putze oder Bürokram erledige. Und wenn sie im Bett ist, habe ich auch keine Lust weiter zu arbeiten. Also bleibt einfach Einiges liegen. Anstatt mich darüber zu ärgern, ist es mir jetzt immer häufiger einfach egal.
Freitag, 10. August 2018
Glück
Bist du glücklich? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Und so habe ich mich diese Woche gefragt, was mein persönliches Glück ist und einfach alles notiert.
Mein Glück ist der Blick aus strahlend blauen Augen, der mich am Morgen weckt. Glück ist etwas nur für mich zu tun, etwas das keinen Zweck verfolgt, z.B. Klavier zu spielen. Glück ist blaue Tinte auf weißem Papier, der Blumenstrauß auf meinem Schreibtisch, alte Fotos anzusehen und Tagebucheinträge zu lesen. Glück ist der Duft frisch gewaschener Wäsche, auszuschlafen, im Regen zu tanzen.
Glück ist an etwas zu glauben, auf etwas zu hoffen und zu vertrauen. Glück ist zu träumen und Geschenke zu bekommen: ein Kind, einen Anruf oder eine liebe Karte. Glück ist eine Umarmung, ein Lächeln, die frische Dusche am morgen und selbstgezogene Tomaten zu ernten. Glück ist ein Wiedersehen, auch mit strähnigem Haar schön zu sein, zu lieben.
Mein Glück ist zu wissen, dass es noch 1000 andere Dinge gibt, die hier stehen könnten...
Ja ich bin glücklich.
Freitag, 3. August 2018
Acht Monate mit Baby - Zeit für einen Tapetenwechsel
Die Sommerferien neigen sich dem Ende entgegen und damit auch Schnuckis achter Lebensmonat. Die letzten Wochen haben wir als Familie so richtig genossen. Mein Mann hatte als Lehrer - genau wie alle Schüler - größtenteils frei und war damit zu Hause. Ich fand es herrlich, dass er da war. Früh konnte ich länger schlafen und nachmittags hatte ich auch schon einmal Zeit nur für mich. Als Familie haben wir den Senftenberger See und das schöne Erzgebirge unsicher gemacht. Inzwischen sind wir echt mobil geworden. Schnucki stellt sich auf ihre eigenen Beine und nutzt jede Gelegenheit um sich hochzuziehen: Papas Beine, Mamas Rockzipfel oder auch gern mal die Kühlschranktür. Außerdem radeln wir jetzt alle gemeinsam mit einem Fahrradanhänger durch die Lande. Schnucki liebt diese Ausflüge und erzählt immer fleißig "dadada". Aber alles hat ein Ende und so geht nächste Woche der Arbeitsalltag wieder los.
Damit war es diese Woche auch Zeit für einen "Tapetenwechsel". Ich persönlich genieße es, meine Wohnung ab und an etwas umzuräumen. Ich finde, das bringt frischen Wind in die Bude und sorgt bei mir nicht selten zu einem wahren Motivationsschub. Also wurde über meinem Schreibtisch für etwas mehr Stauraum ein neues Regal angebracht und an der Wand gegenüber zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre eine Weltkarte aufgehangen. Damit habe ich auch immer schön vor Augen, wohin ich überall noch reisen will und wo ich schon war. Auch zwei neue wärmeabweisende Rollos durften bei der Hitze nicht fehlen und einige Bilder haben einen neuen Platz an der Wand gefunden. Sämtliche Beistelltische, wie unser Sofatisch, wurden dafür leergeräumt. Schließlich hat es Schnucki gestern geschafft, eine Orchidee von eben so einem Tisch zu werfen und den gesamten Inhalt auf dem Boden zu verteilen. Die Operation "kindersichere Wohnung" geht somit in eine neue Runde.
Abonnieren
Posts (Atom)





