Und hier geht's zurück zum Figurenland - Seiffen - Blog

Freitag, 13. April 2018

Happy Birthday Mami

Heute vor einem Jahr wusst ich bereits, dass ich schwanger bin. Oft bekam ich den Spruch zu hören: "Das ist deiner letzter Geburtstag ohne Kind." Ich habe mich damals gefragt, wie es wohl in einem Jahr sein wird, wenn mein Schnucki da ist.

Mit dem heutigen Tag entdecke ich diesen wunderbaren Planeten bereits seit einem viertel Jahrhundert. Und wie es diese Tage so an sich haben, schaut man zurück auf das letzte Jahr. Ich fand es war ein aufregendes Jahr. Von meinem Lebenstraum habe ich viele kleine Teilträume erfüllt. Ich lebe derzeit so ziemlich genau das, was ich mir gewünscht habe: Ich bin eine Lehrerin (also fast). Ich habe den für mich perfekt passenden Ehemann und eine süße Tochter. Im nächsten Schritt fehlt eigentlich nur noch das Eigenheim. Für mich lief das letzte Jahr nicht immer problemlos und an den ein oder anderen Tag werde ich wohl auch mit einem weinenden Auge zurückdenken. Aber letztendlich ist mir alles zum Besten geschehen. Ganz wie in Römer 8, 28 steht.

Ich frage mich, wie sich meine Mama mit ihren gerade einmal 21 Jahren gefühlt hat, als sie ihren ersten Geburtstag mit Kind feierte, oder wie ich mich fühlen werde, wenn mein Kind Jahr für Jahr seinen Geburtstag feiert. Ich bin gespannt welche Erinnerungen an die Geburt verblassen und welche bleiben und wie sich mein Lebensweg und der meiner Familie weiter gestalten wird. Aber ich weiß eines sicher: Ich gehe nicht allein.

Donnerstag, 12. April 2018

Die 7 Probleme eines Babys

Irgend ein schlauer Mensch erzählt mir vor einiger Zeit, dass Frauen im Wesentlichen 5 Probleme kennen: Aua, Müde, Hunger, Pippi und Kalt. Auch wenn mein Schnucki noch ein kleines Mädchen ist, so kennt sie diese Probleme schon gut. Aber in ihrem Bedrüfniskatalog kommen noch 2 weitere hinzu: Kuscheln und Langweilig.
Wenn immer mein Baby schreit, hat es gerade eines dieser Probleme zu bewältigen. Manche lassen sich recht einfach lösen. Bei Hunger wird gestillt, bei Pippi die Windeln gewechselt und bei Müde geschlafen. (Ein Baby zum Schlafen zu bringen, kann dabei auch eine halbe Wissenschaft sein, aber dazu später mehr.) Am herausforderndsten finde ich es aber etwas gegen Langeweile zu unternehmen. Was spielt man denn bitte mit einem 4 Monate alten Baby?
Inzwischen habe ich jede Menge dazu gelernt und möchte euch nach und nach davon erzählen. Heute ersteinmal: Was spielt man, wenn man keinerlei Spielzeug dabei hat?

Meine Schnucki liebt es wenn ich Grimassen schneide. Je ulkiger und komischer um so besser. Am besten gefällt es ihr, wenn ich dazu noch witzige Geräusche von mir gebe. Pfeifen, mit der Zunge schnalzen oder mit dem Lippen wie ein Auto brummen, all das findet sie fantastisch. Aber auch ganz geräuchlose Aktionen wie sie an der Nase zu stupsen oder ihre Fuße zu krabbeln finden großen Anklang. Von ihren Händen und Füßen ist sie derzeit sowieso total fasziniert. Neulich kam mir eine Sache in den Sinn, die meine Mama damals mit mir schon machte. Ich musste unbedingt ausprobieren, was passiert, wenn man Schnucki sanft ins Gesicht pustet. Die Reaktion war fantastisch. Schnucki atmete die Luft ganz tief ein, als würde sie an einer Blume riechen und begann danach ganz breit zu grinsen. Herrlich. 

Auch mit so manchem Alltaggegenstand lässt sich Schnucki verzaubern. Allen voran Bildschirme und Spiegel. Lässt man sie ihr eigenes Spiegelbild betrachten, wird sie ganz aufgeregt und zappelt manchmal so sehr, dass ich schon Angst hatte sie springt mir irgendwann mal vom Arm. Auch jede andere
Art von Zappelei ist super. Sie liebt es im Fliegergriff durch die Wohnung zu schweben, oder wenn man sie, wie eine Hantel stempt. Dann bekommt man manchmal nicht nur ein breites Grinsen, sondern sogar ein Jauchzen.


Dienstag, 3. April 2018

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche... okay zugegeben mit 4°C war der Ostersonntag ein wenig kühl, aber dafür wurden wir am Ostermontag mit herrlichem Frühlingswetter und 12°C überrascht. So oder so aber ein perfektes langes Wochenende um spazieren zu gehen.


Mein Schnucki kennt keine Feiertage oder Wochenenden. Sie geht jeden Abend pünktlich um sieben ins Bett und möchte pünktlich um sieben jeden Morgen aufstehen. Es bleibt einem also nichts anderes üblich als sich auch am Ostersonntag zu dieser Uhrzeit aus den Federn zu schälen. Seid ihr schon einmal an einem Sonntagmorgen spazieren gegangen? Zugegeben am Ostersonntag trifft man die eine oder andere Gruppe Menschen um diese Uhrzeit. Aber an den meisten Sonntag ist man allein auf weiter Flur unterwegs. Die frische Luft weht einem um die Nase und vertreibt so die Müdigkeit innerhalb weniger Minuten. Es ist herrlich einfach durchzuatmen. Nicht nur für die Lunge, sondern auch für den Kopf. Mit ein wenig Musik auf den Ohren - bei mir sonntags meistens Lobpreismusik - läuft es sich entschieden besser und wenn ich mit hoch roten Wangen zurück komme, erwartet mich ein heißer Kakao. 

Manchmal allerdings ist es einfach nur langweilig und eintönig allein spazieren zu gehen. Dann schnappe ich mir meinen Mann, die beste Freundin oder mein Telefon mit meiner Schwester, meinen Eltern oder meiner Oma in der Leitung. Auch das sind wertvolle Zeiten. Man hat die Zeit gemeinsam Bibeltexte zu interpretieren, die neusten Ereignisse in der Clique zu erfahren oder das alte Familienrezept abzustauben. Alles sind Momente denen ich vor Schnuckis Geburt zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ich kann euch nur empfehlen probiert es einmal aus einfach mal so eure Oma anzurufen, früh morgens ganz allein über eine Wiese zu stiefeln oder eine Freundin mit einem Spontanbesuch zum Geburtstag zu überraschen. Es sind Momente, für die es sich lohnt früh aufzustehen - auch am Wochenende. 
 

Freitag, 30. März 2018

Vier

...Monate ist es nun schon her, dass mein Schnucki den ersten Atemzug getan hat. Und reichlich ein Jahr ist es her, dass ich das erste mal ihr Herz schlagen sah. Inzwischen fühlt sich das "Mama-sein" gar nicht mehr so neu an. Im Gegenteil: Ich fand es eher ungewöhnlich, als ich letzte Woche das erste Mal wieder ohne Baby das Haus verlassen habe, um zum Klavierunterricht zu gehen. In diesen vier Monaten haben Schnucki und ich viel gelernt. Schnucki hat gelernt sich auf den Bauch zu drehen, zu lächeln, dass sie Füße und Hände besitzt und dass man Gegenstände wunderbar in den Mund stecken kann. Sie hat gelernt zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden, in den höchsten Tönen zu kreischen und dass Baden riesigen Spaß macht, wenn man Mama dabei einfach gleich mit duscht.

Und ich? Ich stehe jetzt morgens pünktlich um sieben auf, wenn es neben mir brabbelt. Ich kenne jetzt die sonderbarsten Plätze zum Stillen und Wickeln in ganz Dresden. Ich spaziere jeden Tag 10.000 Schritte und kann einige Liegestütze machen - was ich noch nie zuvor in meinem Leben konnte. Aber dank dem täglichen Herumtragen von Schnucki wachsen die Armmuskeln. Ich habe jede Menge Zeit, um zum Beispiel über den Markt zu bummeln und frisches Gemüse zu kaufen. Das ist ein wahrer Genuss.

Kaum zu glauben, dass schon vier Monate vergangen sind. Ich bin stolz darauf eine Mama zu sein und ich bin gespannt, was im nächsten Monat auf uns wartet.

Dienstag, 27. März 2018

Königskind


In der Schwangerschaft und zu Schnuckis Geburt bekam ich das ein oder andere Buch, in dem man Erinnerungen festhalten kann. Neben den üblichen Fragen zu Geburtszeit, Geburtsgewicht oder dem ersten Lächeln, tauchte auch immer wieder die Frage nach dem Sternzeichen auf. Ich persönlich halte nichts von Sternzeichen oder Horoskopen und habe bisher diese Fragen immer frei gelassen. Doch kürzlich kam mir ein neuer Gedanke. Ich habe überall die Frage nach dem Sternzeichen gestrichen und stattdessen einen anderen Satz eingefügt:



Mein Schnucki ist ein Kind Gottes und damit ein Königskind. Genau das haben wir am Wochenende mit ihrer Taufe gefeiert. Es war ein wunderbares Fest für mich und meine kleine Familie. Eigentlich sollte es erst nur eine ganz kleine Feier mit einer handvoll Leuten werden. Aber schließlich war ich froh darüber, dass wir mit knapp 40 Personen und somit mit Freunden  und Verwandten feiern konnten. Vielen Dank auf diesem Wege noch einmal an alle die mitgeholfen haben, dass das Fest so gelungen und für mich und Schnucki entspannt ablief. Danke an alle Kuchenbäcker, Dekorierer, Abwaschhilfen und Kaffeekocher. Und danke an alle denen unser Schnucki so am Herzen liegt, dass sie sie auf ihrem Lebensweg begleiten wollen - als Paten, als Großeltern, als Verwandte oder einfach  als Freunde.   



Dienstag, 20. März 2018

Sonntagsausflug zur Babymesse

Diesen Sonntag trat ein seltener Fall ein: Mein Mann hatte Zeit, es hatte sich kein Besuch bei uns angekündigt und Schnucki war bester Laune. Also endlich mal ein richtiger Familientag. Doch was anfangen mit diesem Glück. Draußen war es bitterkalt und stürmisch und die eigenen vier Wände hatte ich schon die ganze Woche gesehen. Ich wollte raus. Einen Familienausflug machen. Da kam mir ein Plakat am Straßenrand gerade recht. In Dresden war mal wieder eine Messe und diesmal mit passendem Thema: Babymesse.

Ich liebe Messen. Ich liebe es an den einzelnen Ständen vorbeizuschlendern, überall kostenlose Bonbons und Gummibärchen abzustauben und mich von dem ein oder anderen inspirieren zu lassen. Also nichts wie los. Schnucki wurde warm eingepackt und nach 40 Minuten Straßenbahnfahrt waren wir auch schon da. Im Schneckentempo schoben wir uns von Stand zu Stand. Einer wahrer Slalomlauf bei all den kleinen Kindern und großen Kinderwagen, die auch den kleinsten freien Platz in den Gängen füllten. Unser Schnucki hielt es nicht lange im Kinderwagen aus. Also wurden kurzer Hand Jacken, und Rucksäcke im Wagen verstaut und das Kind auf dem Arm getragen. Ganze drei Stunden schnupperten wir so Messeluft mit kurzem Abstecher in die Still -Lounge und die Wickeloase. Normalerweise ist unser Schnucki nach spätestens zwei Stunden völlig müde und kaputt. Aber nicht heute. Die Augen wollten einfach nicht zu gehen. Sie waren riesig und völlig fokussiert auf all die anderen Kinder, die Musik und natürlich die bunten Luftballon, die überall herumschwebten.

Die Ausbeute war großartig: 10 Windeln, ein Lätzchen, ein Malbuch, unzählige Produktproben von Cremes oder Waschmitteln, 5 Familienfotos, 2 Luftballons und eine Flut an Flyern. Aber das beste: Eine ruhige folgende Nacht. Von den vielen Eindrücken hat unser Schnucki wunderbar geträumt.

Montag, 12. März 2018

Geschenkte Zeit

Kinder kosten Zeit! Zweifelsohne diesen Satz würde ich sofort unterschreiben. Sie kosten dich Zeit in der Nacht wenn du eigentlich schlafen willst. Sie kosten dich Zeit am Morgen, wenn du dich nur mal in Ruhe anziehen möchtest. Sie kosten dich Zeit am Mittag, wenn du gern den Mittagessen kochen würdest und sie kosten dich Zeit am Abend, auch wenn gerade noch so ein guter Film im Fernsehen läuft.

ABER


Ich habe diese Woche noch eine ganz andere Erfahrung gemacht. Kinder schenken dir Zeit! Sie zwingen dich dazu dir Zeit zu nehmen für Dinge, die du sonst vergisst.
Mein Schnucki macht ihren Mittagsschlaf am liebsten im Kinderwagen. So bin ich gezwungen zwei Stunden am Tag nach draußen spazieren zu gehen und glaubt mir zwei Stunden erscheinen schier endlos lang, wenn man allein immer wieder die selben Runden durch die Gegend läuft. Da kam mir neulich der Gedanke meine Spazierzeit doch zu nutzen, um in der Bibel zu lesen. Schon oft hatte ich mir vergenommen das regelmäßig zu tun, aber immer "fehlte" die Zeit. Ich habe mir sie einfach nie genommen. Jetzt hatte ich plötzlich zwei Stunden übrig. Zwei Stunden um einfach einmal still zu sein. Zwei Stunden um meinen Gedanken nachzuhängen. Zwei Stunden um zu beten.

Besonders bewegt hat mich dabei ein Text aus meinem Kalender "Alles hat seine Zeit". Er beschreibt die 10 Gebote, allerdings auf eine ganz neue Art als Geschenke. Ich habe mir vorgenommen über jedes einzelne dieser Geschenke bei meinen nächsten Spaziergängen mal genauer nachzudenken. Und ich stelle fest, dass die nervigen Spazierzeiten plötzlich zu echt Zeiten des Auftankens werden. Mein Schnucki schenkt mir jeden Tag eine wundervolle Zeit.